Beratungsbereich
Versicherungen: Welche sind wirklich wichtig und warum?
Nicht jede Versicherung lohnt sich. Einige schützen dich aber vor Risiken, die deine Existenz bedrohen. Hier siehst du, worauf es ankommt.
Versicherungen vermittle ich als Versicherungsmakler mit Erlaubnis nach § 34d Abs. 1 GewO.
Die Grundregel
Versichere, was dich finanziell ruinieren würde. Was du im Zweifel aus eigener Tasche bezahlen kannst, musst du nicht versichern. Daraus ergibt sich eine einfache Reihenfolge.
Essenziell: Diese Absicherungen solltest du haben
- Krankenversicherung. Sie ist Pflicht und deckt das Risiko hoher Behandlungskosten. Je nach Berufsweg kommt die gesetzliche oder die private Krankenversicherung infrage, bei Beamten meist die Beihilfe mit einer privaten Ergänzung. Die Wahl ist oft eine langfristige Entscheidung und lässt sich später nur schwer ändern.
- Absicherung deiner Arbeitskraft (Berufs- bzw. Dienstunfähigkeit). Deine Arbeitskraft ist dein wichtigstes Kapital. Wer gesundheitsbedingt nicht mehr arbeiten kann, bekommt vom Staat oft nur einen Teil des bisherigen Einkommens. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente setzt außerdem unter anderem eine Mindestversicherungszeit voraus. Eine eigene Berufs- oder Dienstunfähigkeitsversicherung schließt diese Lücke. Je jünger und gesünder du beim Abschluss bist, desto einfacher und günstiger ist es meist.
- Private Haftpflichtversicherung. Wer einem anderen versehentlich einen Schaden zufügt, haftet grundsätzlich mit seinem gesamten Vermögen. Ein Personenschaden kann schnell sehr teuer werden. Der Beitrag für den Schutz ist dagegen meist niedrig.
- Berufshaftpflicht bzw. Diensthaftpflicht. Ärztinnen und Ärzte sind nach ihrer Berufsordnung verpflichtet, sich ausreichend gegen Haftpflichtansprüche aus ihrer Tätigkeit zu versichern. Angestellte sind häufig über den Arbeitgeber mitversichert, prüfe aber, was genau abgedeckt ist. Bei Lehrkräften deckt die private Haftpflicht dienstliche Risiken, zum Beispiel verlorene Dienstschlüssel, nicht immer ab.
Sinnvoll, je nach Lebenssituation
- Risikolebensversicherung: wenn jemand finanziell von dir abhängt, etwa Partner, Kinder oder ein gemeinsamer Kredit.
- Unfallversicherung: kann die Berufsunfähigkeitsversicherung ergänzen, ersetzt sie aber nicht, denn Berufsunfähigkeit entsteht meist durch Krankheit und nicht durch Unfälle.
- Rechtsschutzversicherung: je nachdem, wie hoch du das Risiko von Streitkosten einschätzt.
- Hausrat und Wohngebäude: abhängig von Wohnsituation und Besitz.
- Kfz-Haftpflicht: gesetzliche Pflicht, sobald du ein Fahrzeug hältst.
Meist verzichtbar
Kleine Schäden wie ein defektes Handy, eine kaputte Brille oder verlorenes Reisegepäck kannst du in der Regel selbst tragen. Dafür laufend Beiträge zu zahlen, lohnt sich oft nicht.
Was das für dich bedeutet
Für Ärztinnen und Ärzte
- Dein Versorgungswerk sichert Alter, Berufsunfähigkeit und Hinterbliebene ab. Umfang und Bedingungen unterscheiden sich aber je nach Versorgungswerk. Lass prüfen, ob eine ergänzende Absicherung nötig ist.
- Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung kommt es auf Bedingungen an, die zur ärztlichen Tätigkeit passen, etwa darauf, dass du nicht auf andere Tätigkeiten verwiesen wirst.
- Wer eine Praxis gründet oder übernimmt, braucht zusätzlich betriebliche Absicherung, zum Beispiel für Praxisausfall, Praxisinhalt und Haftpflicht.
Für Lehrerinnen, Lehrer und Beamte
- Als Beamter ist die Dienstunfähigkeit dein zentrales Risiko. Beamte auf Widerruf (zum Beispiel im Referendariat) und auf Probe sind besonders gefährdet, weil bei Dienstunfähigkeit oft kein Ruhegehalt entsteht. Mehr dazu im Blog.
- Die Beihilfe übernimmt nur einen Teil der Krankheitskosten. Den Rest sicherst du über eine private Krankenversicherung ab.
- Angestellte Lehrkräfte sind gesetzlich renten- und krankenversichert und brauchen eher eine klassische Berufsunfähigkeitsversicherung.
Für Studierende (Medizin und Lehramt)
- Die Krankenversicherung im Studium ist Pflicht, meist über die günstige studentische gesetzliche Versicherung oder die Familienversicherung. Wichtig ist ein sogenannter Optionstarif: Er sichert dir die Möglichkeit, später in die private Krankenversicherung zu wechseln, wenn du möchtest. Dein Gesundheitszustand wird dabei sozusagen eingefroren, sodass spätere Erkrankungen den Wechsel in der Regel nicht erschweren. Die genauen Bedingungen unterscheiden sich je nach Anbieter, wir schauen sie uns gemeinsam an.
- Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist früh oft besonders günstig, und Vorerkrankungen können den Abschluss später erschweren. Achte auf eine Nachversicherungsgarantie, damit du den Schutz später ohne neue Gesundheitsprüfung erhöhen kannst.
- Die private Haftpflicht brauchst du ab sofort. Oft bist du über die Eltern mitversichert, solange du in der Erstausbildung bist. Das solltest du prüfen.
- Für Famulatur, Praktisches Jahr oder Auslandssemester kann zusätzlich eine Auslandskrankenversicherung sinnvoll sein. Frag bei Klinik und Uni nach, was schon abgedeckt ist.
Häufige Fragen
Brauche ich als Berufsanfänger wirklich schon eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
Früh abzuschließen hat meist Vorteile: Die Gesundheitsprüfung ist einfacher, solange du keine Vorerkrankungen hast, und der Beitrag ist in der Regel niedriger. Ob und in welcher Höhe sie für dich sinnvoll ist, klären wir im Gespräch.
Was ist der Unterschied zwischen Berufs- und Dienstunfähigkeit?
Berufsunfähigkeit beschreibt, dass du deinen zuletzt ausgeübten Beruf gesundheitsbedingt nicht mehr ausüben kannst, so wie es die Versicherungsbedingungen definieren. Dienstunfähigkeit ist ein beamtenrechtlicher Begriff: Der Dienstherr stellt fest, dass du deine Dienstpflichten dauerhaft nicht mehr erfüllen kannst. Eine Dienstunfähigkeitsklausel in der Versicherung soll dafür sorgen, dass beides möglichst gut zusammenpasst.
Wie viele Versicherungen sind zu viele?
Es geht nicht um die Anzahl, sondern um Lücken und Doppelungen. Wir schauen gemeinsam auf deinen Bestand: Was fehlt, was ist doppelt, was lässt sich streichen?
Du möchtest wissen, was für dich passt?
Meine Beratung ist komplett kostenfrei. Im Erstgespräch klären wir deine Situation und deine Ziele. Ohne Druck und ohne Fachchinesisch.
Termin buchenHinweis: Diese Seite gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine individuelle Beratung. Die Einzelheiten hängen von deiner persönlichen Situation, vom Dienstherrn bzw. Versorgungswerk und von den jeweiligen Vertragsbedingungen ab. Regelungen und Fördermöglichkeiten können sich ändern.